Viel ist die Rede von der Emotionalisierung des POS – und so sehr es auch stimmt, so wenig mag ich es noch hören, und vermutlich geht es Ihnen nicht viel anders. Darum schreibe ich heute mal über das Erzählen von Geschichten, denn darum geht es doch letztendlich: So wie kleine Kinder unbedingt in die Bibliothek wollen, weil dort ein Kasperletheater-Stück aufgeführt wird, möchte der erwachsene Endverbraucher unbedingt einen limitierten Sneaker haben und ist bereit, sich dafür mehrere Stunden, über Nacht oder auch tagelang anzustellen.

Gute Geschichtenerzähler lassen vor den Augen ihre Zuhörer Fantasiewelten entstehen. © Pixabay

Gute Geschichtenerzähler lassen vor den Augen ihre Zuhörer Fantasiewelten entstehen. © Pixabay

Wie aber erzählt man gute Geschichten? Das Team von Zukunft des Einkaufens hat kürzlich einige inspirierende Beispiele genannt, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Da wäre beispielsweise die amerikanische Marke Patagonia, die seit 1973 Outdoorbekleidung anbietet und für die Nachhaltigkeit quasi von Beginn an gesetzt war, auch als noch niemand darüber sprach. Beschädigte Kleidung wird in einem Reparaturzentrum „geflickt“, irreparable wird recycelt. Hier geht es nicht darum, möglichst schnell, möglichst viel zu verkaufen, sondern darum, hochwertige Kleidung herzustellen, die lange hält. Das hat sich herumgesprochen! Nächstes Beispiel: Taschen aus LKW-Planen – gesehen haben Sie sie mit Sicherheit schon. Der Nerv, den die Gründer getroffen habe: Jedes Modell ist ein Unikat.

Kunden das Besondere bieten und sie neugierig machen

Oder wie wäre es mit den besonderen und ausgefallenen Radsportartikeln, die es in den sogenannten ‚Clubhäusern‘ von Rapha gibt? Hier bekommt man nicht nur Fahrräder, sondern auch Kleidung und Accessoires, und im angeschlossenen Café können die Radsportfans fachsimpeln. Und schließlich noch: Story New York. Der amerikanische Einzelhändler schließt alle paar Monate und eröffnet nach einiger Zeit wieder in einer komplett anderen Optik, die immer unter einem anderen Thema steht, das sich auch im Sortiment widerspiegelt. Das Spannende: Der Kunde weiß nie, was ihn gerade erwartet und schaut genau deswegen immer mal wieder rein.

Natürlich ist dies nur eine willkürliche Auswahl, und sicher gibt es viele andere, mindestens genauso gelungene Beispiele. Wichtig ist mir aber vor allem eines: Es reicht heutzutage nicht mehr, die Optik aufzuhübschen, um das Geschäft mit Kunden zu füllen. Füllen Sie lieber Ihren guten Namen mit Leben, mit Geschichte – und zwar einer, die möglichst viele interessiert!

Ihr
Andreas Nemeth

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