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Warum der stationäre Handel von Marktständen etwas lernen kann

Eine Bekannte von uns war kürzlich in Padua und ausgesprochen begeistert von dieser entspannten Stadt, an deren Universität Galileo Galilei mehr als zehn Jahre gelehrt hat. Doch man kann dort nicht nur heute noch studieren, sondern auf einem der zahlreichen Plätze auch einfach das Dolce far niente genießen oder einkaufen. Davon nämlich berichtete die Freundin: Während ihres Aufenthalts fand auf der Piazza dei Frutti ein Markt statt, auf dem überwiegend Bekleidung verkauft wurde. An einem der Stände fand sie eine Hose, die ihr sehr gefiel. Sie war sich jedoch nicht sicher, ob sie ihr passen würde. Und Umkleidekabinen – Fehlanzeige, natürlich! Da kam die Verkäuferin auf sie zu und sagte, man könne im Lieferwagen anprobieren Und wie Frauen so sind, wenn sie etwas haben wollen: Ab in den Lieferwagen, hinter die Plastikplane und rein in die Hose.

Ort des Geschehens: die Piazza dei Frutti in Padua. © Stefan Klever

Ort des Geschehens: die Piazza dei Frutti in Padua. © Stefan Klever

Schon in dieser Hinsicht bewies die Betreiberin des Marktstands gutes Gespür. Jetzt aber kommt das, was ich an der Geschichte wirklich bemerkenswert finde: Während unsere Bekannte also schaute, ob die Hose passte, suchte die Dame eine passende Bluse raus und präsentierte diese der Kundin mit den Worten: „Sarebbe molto carino“ – „Das würde sehr schön aussehen“.  Nun war die Bluse sehr schlicht, und eigentlich wurde auch gar keine Bluse benötigt. Aber der Samen war gelegt. Die Bekannte durchforstete noch einmal die Stände, dachte sich „Warum eigentlich nicht?“ und schwupps ging auch noch eine Bluse mit in die Tüte.

Mit Gespür zu mehr Umsatz

Warum ich Ihnen das so ausführlich berichte? Weil es ein gutes Beispiel dafür ist, wie man die Bedürfnisse von Kunden erspürt, befriedigt und Zusatzverkäufe generiert, ohne zudringlich zu sein. Und weil es belegt, dass es dazu weder ein hoch-digitalisiertes Shopdesign noch Ladenbau der neuesten Generation braucht – auch wenn es natürlich schöner ist, sondern lediglich Ware, die Begehrlichkeiten weckt, und Verkaufspersonal, das mit Begeisterung bei der Sache ist.

Ihr
Andreas Nemeth

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