Die Wissenschaft hat festgestellt, dass mit der Hand schreiben für das Gehirn anregender ist als monotones Tippen auf der Tastatur. © Pixabay

Die Wissenschaft hat festgestellt, dass mit der Hand schreiben für das Gehirn anregender ist als monotones Tippen auf der Tastatur. © Pixabay

Eine Bekannte, die schon lange als Journalistin arbeitet, erzählte mir vor kurzem, dass sie als in der Redaktion Computer eingeführt wurden, zunächst alle Artikel zunächst mit der Hand schrieb. Sie hatte den Eindruck, die Gedanken so besser auf Papier bringen zu können, eine nähere Verbindung zu ihren Texten zu haben als wenn sie sie direkt in den Computer niederschrieb. Auch heute noch greift sie übrigens, vor allem wenn sie Texte strukturieren oder Ideen sortieren möchte, zunächst zu einem Blatt Papier und Stift. Komisch mögen die einen denken, altmodisch die anderen, nicht zeitgemäß werden vermutlich viele sagen.

Aber: Auch ich, zugegebenermaßen ungefähr im gleichen Alter wie die Bekannte und damit ebenfalls kein Digital Native, empfehle in meinen Büchern und Workshops immer mal wieder diese traditionelle Methode des Notierens. Meiner Meinung nach, kommt man auf diese Weise schneller zu Lösungen und kann sich besser konzentrieren.

Laptop weg, Blatt Papier und Stift raus

Mit diesem Denken stehe ich übrigens nicht allein dar. Virginia Berninger, Professorin für Pädagogische Psychologie an der University of Washington, hat herausgefunden, dass die fließenden Fingerbewegungen beim Schreiben mit der Hand im Gegensatz zum monotonen Tippen auf einer Tastatur intensiv verschiedene Hirnregionen, die für Denken, Sprache und den Arbeitsspeicher zuständig sind, aktivieren. Lernforscher haben zudem festgestellt, dass Studenten, die in Vorlesungen mit der Hand mitschreiben, einen besseren Lerneffekt erzielen. Das liegt, so die Erkenntnis der Wissenschaftler, daran, dass mit dem Laptop meist wörtlich aufgeschrieben wird, während bei Handschriftlichem – schon aus Zeitgründen – nur das Wesentliche herausgefiltert und in eigene Worte gebracht wird. Dadurch kann man es sich besser merken. Also: Greifen Sie ruhig mal wieder zu Stift und Papier, wenn Sie sich konzentrieren möchten oder eine Aufgabe lösen müssen!

Ihr
Andreas Nemeth

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