Das fragte ich mich vor ziemlich genau einem Monat. Und zwar keineswegs aus beruflichen oder privaten Gründen, sondern weil es quasi unmöglich war, Zeitung oder News im Internet zu lesen, ohne auf Toilettenpapier zu stoßen. Der Grund: dm hatte diesen doch eigentlich recht gewöhnlichen Artikel als limitierte Auflage – was auch immer das in diesem Zusammenhang bedeuten mag – im Sortiment. Der Grund der Aufregung: Jedes einzelne Blatt zierte ein blumengekrönter Mops in Ringelshirt mit einer Sprechblase folgenden Inhalts: „I love you“.

Wer kann diesem Blick schon widerstehen? © Pixabay

Wer kann diesem Blick schon widerstehen? © Pixabay

Was man nun auch immer von Hunden halten mag, die menschlichen Hinterteilen Liebeserklärungen machen … Fakt ist: Das Toilettenpapier war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Gelangte – auf welchen Wegen auch immer – in die Presse und war kurze Zeit später bei Ebay zu haben. Wahlweise eine Rolle mit 150 Blatt für 1,50 Euro, eine Packung mit acht Rollen für 8,99 Euro oder für besonders große Mopsfans zwei Packungen à acht Rollen für 29,89 Euro, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer versteht sich. Diesen Versuchen, überzogene Preise zu kassieren, machte dm allerdings einen Strich durch die Rechnung: Das Toilettenpapier war nach relativ kurzer Zeit wieder erhältlich. So viel zum Thema ‚limited‘.

Begehrlichkeit kann mit simplen Mitteln geschaffen werden

Letztendlich beweist dieser Hype mal wieder eines: Die Menschen sind, allem Überfluss zum Trotz, für noch so banale Artikel zu begeistern. Man muss nur die richtigen Impulse auslösen. Was aber hat dm richtig gemacht, um diese Begeisterung zu erzeugen? Zum einen wäre da natürlich das begrenzte Angebot, das oft gesteigerte Begehrlichkeit erzeugt. Mal ehrlich: Auf die Idee muss man erst einmal kommen, einen derart simplen Artikel als Limited Edition auf den Markt zu bringen! Zum anderen: Mit dem Motiv hatte man schon mal die Hundebesitzer auf der Seite. Und davon gab es 2017 mehr als zehn Millionen in Deutschland. Und last, but not least spricht das Motiv auch Nicht-Hundebeistzer an, verfügt der Mops, als ‚Hofnarr‘ unter den Hunden, doch über einen nahezu unwiderstehlichen Charme.

Am besten wir überlegen jetzt alle mal, allein oder im Team, womit wir einen derartigen Hype, so große Begeisterung und nicht zuletzt Frequenz auslösen könnten.

Ihr
Andreas Nemeth

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