Warum sollen Menschen eigentlich noch ins Geschäft gehen, wenn sie doch alles be­quem daheim online shoppen können? Nein, ich möchte heute nicht einmal mehr auf Service zu sprechen können, sondern auf das sinnliche Erlebnis, das der Ein­kaufs­bummel für viele immer noch darstellt, und zwar ganz ohne spezielles Event des stationären Händlers und ohne hochgerüsteten Ladenbau mit virtuellen Spie­geln, Touchscreens usw.

 

So wie der Cowboy das Lasso auswirft, um Kühe einzufangen, begibt sich der Konsument in die Einkaufslandschaft 'Jagdgründe', um seine Kaufgier zu befriedigen und Günstiges zu ergattern. © Pixabay
So wie der Cowboy das Lasso auswirft, um Kühe einzufangen, begibt sich der Konsument in die Einkaufslandschaft ‚Jagdgründe‘, um seine Kaufgier zu befriedigen und Günstiges zu ergattern. © Pixabay

„Im Laden erleben die Kunden soziale Nähe. Sie treffen Bekannte oder Nachbarn“, heißt es im Newsletter des Rheingold Instituts. Und vor allem auf dem Land und in kleineren Städten ist das ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Im Geschäft vor Ort kann man die Artikel sehen, riechen, anfassen – das kann kein Online-Shop leisten, und sei er noch so professionell gemacht. Natürlich hat sich der Handel gewandelt, und musste es angesichts der wachsenden Online-Konkurrenz auch. Viele Geschäfte haben an ihren Profilen gefeilt, versuchen Erlebniswelten aufzubauen, die unver­wechselbar sind und Kunden emotional anziehen und binden.

Einkaufslandschaft: Von Basislager bis Wohlfühloase

Rheingold hat die Einkaufslandschaft in vier Verfassungsfelder kategorisiert:

  1. das Basislager – hier wird der Grundbedarf gedeckt. Hier muss es schnell gehen, Zeit und Kosten sind wichtiger als große Auswahl oder Erlebnis.
  2. das Schlaraffenland – hier geht es um Inspiration und Verführung. Auswahl und Ambiente sorgen für ein ausgedehntes Einkaufserlebnis, dem Verkaufspersonal kommt eine wichtige Rolle zu.
  3. die Jagdgründe – der Platz, um Kaufgier auszuleben. Schnäppchenjagd und Spontankauf wechseln sich ab, Promotions und Rabatte heizen die preisgetriebene Stimmung an.
  4. die Wohlfühloasen – entschleunigtes Shoppen ist angesagt. Wahre Werte, die Suche nach sich selbst treiben den Kunden an. Der richtige Ort für Fair trade, Nachhaltigkeit, Regionalität. Produkte beinhalten das Versprechen, die Welt zu retten und sich selbst zu erhöhen.

Sie sehen,es gibt jede Menge guter Gründe, aktiv zu werden. Sie müssen nur kommunizieren, welche Bedürfnisse Ihr Geschäft befriedigt und vorher natürlich dafür sorgen, dass es auch so ist.

Ihr
Andreas Nemeth

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