Besser wäre das zuweilen, aber weil eben fast jeder ab einem gewissen Alter sprechen kann, plappern (oder schreiben) alle vor sich hin. Oftmals ohne sich Gedanken über die Auswirkungen ihrer Worte zu machen – leider.

Eine Bekannte erzählte mir beispielsweise von einem Schild vor einer Wiese auf dem steht: „Hallo Kids, Ballspielen jeglicher Art verboten“. Kein Fake – wie Sie auf dem Foto sehen können. Jedes Mal, wenn Sie dort vorbei spaziert, schüttelt sie innerlich den Kopf und fragt sich: Was soll dieses anbiedernde „Hallo Kids“? Soll es das Verbot abmildern? Sind die nach einer Rasenfläche suchenden Kinder weniger frustriert, nur weil man sich ihrer Sprache bedient? Man müsste die Kinder fragen. Die Bekannte empfindet es jedenfalls als ärgerlich: Jemand hat das Recht zu verbieten und stellt sich sprachlich auf das Level desjenigen, dem etwas untersagt wird. Das geht nach hinten los!

Anbiedernde Sprache macht die Sache weder besser noch kommt sie wirklich gut an.

Anbiedernde Sprache macht die Sache weder besser noch kommt sie wirklich gut an.

Ganz ähnlich ist es im Verkaufsgespräch oder in der Kommunikation mit Mitarbeitern. Zwar gilt natürlich: ohne Kommunikation kein Umsatz und keine Motivation. Aber es erfordert Sensibilität und Gespür für das Gegenüber, ein gut geschultes Sprachverständnis und Interesse für den anderen, um den richtigen Ton zu finden. Absolute No-gos sind anbiedernde, aufdringliche oder unglaubwürdige Formulierungen, wenn beispielsweise ein 40-Jähriger den Jugendjargon verwendet oder Bemerkungen über das Privatleben gemacht werden.

Floskeln sind keine gute Basis für Vertrauen

Aber auch Floskeln sind keine gute Basis, will man Vertrauen säen. Oder wie empfinden Sie es, wenn jemand Sie fragt „Wie geht es dir?“ und schon ein anderes Thema anspricht, bevor Sie geantwortet haben. Ein schönes Beispiel ist auch das beliebte „Haben Sie noch einen Wunsch?“. Haben Sie sich mal überlegt, was Sie machen, wenn ein Kunde darauf mit einem schlichten „Ja“ antwortet?

Meine Empfehlung: Lieber weniger sprechen und dafür wirklich mit Empathie und Interesse für das Gegenüber und dessen Anliegen bzw. Antworten kommunizieren. Das ist gut für den Umsatz, für die Stimmung und für die Motivation.

Ihr
Andreas Nemeth

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