„Das Runde muss ins Eckige“

„Weltbester Fußballer der Welt“, „Das da vorn, was aussieht wie eine Klobürste, ist Valderrama“, beides Schöpfungen von Béla Réthy. „Wenn man ihn jetzt ins kalte Wasser schmeißt, könnte er sich die Finger verbrennen“, ein Bonmot von Wolf-Dieter Poschmann. „Es steht im Augenblick 1:1, aber es hätte auch umgekehrt lauten können“, eine Sportreporter-Weisheit von Heribert Faßbender. Auch bei dieser WM erfreuen uns die Sport- und Fußballexperten des Fernsehens wieder mit ihren mehr oder minder ausgereiften Plattitüden. Mein bisheriger Favorit (leider weiß ich nicht mehr bei welchem Spiel und aus wessen Mund): „Jetzt werden die letzten Hoffnungen im schwarzen Meer ertränkt.“

Fußballspiele reißen Sportkommentatoren zuweilen emotional dermaßen mit, dass die richtigen Worte fehlen. © Pixabay

Fußballspiele reißen Sportkommentatoren zuweilen emotional dermaßen mit, dass die richtigen Worte fehlen. © Pixabay

So manchem Sportreporter würde es wahrhaftig gut tun, ein wenig an seinem Wortschatz zu arbeiten – genauso wie jedem guten Verkäufer. Denn der Grat zwischen emotionalem Kommentar und gänsehauterregenden Lächerlichkeiten ist mitunter ebenso schmal wie der zwischen verkaufsfördernder Kundenansprache und als aufdringlich empfundenem Verkaufsgespräch.

Lesen bildet nicht nur, sondern erweitert auch den Wortschatz

75.000 Worte umfasst die deutsche Standardsprache laut Wikipedia. Dem Duden zufolge wird der aktive Wortschatz eines deutschen Durchschnittssprechers heute auf 12.000 bis 16.000 Wörter geschätzt. Das entspricht somit rund einem Fünftel der Standardsprache, und dieses Fünftel sollte man möglichst abwechslungsreich nutzen. Zum anderen kann es nicht schaden, den Umfang und damit die Auswahl zu erweitern. Möglich ist das beispielsweise durch Lesen, denn jedes unbekannte Wort, das Ihnen hierbei begegnet und das Sie nachschlagen, wird zumindest im passiven Wortschatz abgespeichert. Aber auch der Besuch eines Poetry Slams, eines Theaterstücks oder das Anschauen eines Kinofilms können dazu beitragen, und – für die digital Affinen – sogar Apps gibt es mittlerweile, mit denen man den Wortschatz trainieren und vergrößern kann. Kunden und Zuschauer werden es danken!

Ihr
Andreas Nemeth

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